Die Kanareninsel El Hierro ist ein kleines Paradies für Urlauber, die einfach einmal eine Auszeit von ihrem hektischen Alltag brauchen, eine ruhige Umgebung genießen und die Natur hautnah erleben möchten. Die Insel ist ideal für Naturliebhaber und Wanderfreunde. Das „kleine magische Insel“ oder auch „vergessene Insel” genannte Eiland besticht durch seine Vielfalt an Naturschönheiten fernab von jedem Massentourismus.
Lage
Etwa 130 Kilometer westlich von Teneriffa und 1.460 Kilometer vom spanischen Festland entfernt liegt die Insel El Hierro. Sie besitzt einen eigenen Flughafen im Nordosten der Insel nahe der Hauptstadt Valverde. Mit dem Flugzeug erreicht man die Insel in etwa 40 Minuten von Teneriffa Nord oder Gran Canaria aus. Eine weitere Möglichkeit nach El Hierro zu gelangen ist die Fähre von Teneriffa aus, die bis zum Hafen La Estaca auf der Ostseite der Insel fährt.
Allgemeine Informationen
El Hierro ist mit ihren 278 Quadratkilometern die kleinste Insel der Kanaren. Ihre Grundfläche erscheint dreieckig und hat von Norden nach Süden eine Ausdehnung von ca. 24 Kilometern. Von West nach Ost misst sie etwa 27 Kilometer. In etwa hat sie die Größe der Stadt Dortmund. El Hierro ist die südwestlichste Insel der Kanaren. Die Hauptstadt Valverde mit ihren 1.500 Einwohnern, gleicht einem verschlafenen Dorf. Insgesamt leben 10.500 Menschen (Stand 2007) auf der Insel. Die Landessprache ist Spanisch. Der Inselregierung ist es wichtig, einen sanften Tourismus zu betreiben. Es gibt keine Bettenburgen und auch kein lautes Nachtleben, sondern viel Ruhe und Natur. Die rund 1.500 Urlauber im Jahr können in wunderschönen Fincas, Ferienhäusern, Appartements und wenigen kleinen Hotels unterkommen. Die Insel verfügt mittlerweile über ein gut ausgebautes Straßennetz. Um sie selbständig zu erkunden bietet es sich daher an, einen Mietwagen zu leihen. Es gibt zwar auch öffentliche Busse, aber für ein schnelles Vorankommen sind diese eher ungeeignet. Seit Juli 2011 kommt es auf El Hierro öfter zu leichten Erdbeben, das stärkste Beben wies eine Magnitude von etwas über vier auf. Die vulkanischen Tätigkeiten auf der Insel stehen mittlerweile unter Beobachtung.
Weitere Informationen
Klima
Das Klima auf El Hierro ist das ganze Jahr über sommerlich. Die Durchschnittstemperaturen betragen im Winter etwa zwanzig und im Sommer maximal dreißig Grad. Auf der Insel gibt es mehrere Klimazonen. Für die höheren Lagen kann man pro hundert Meter etwa ein Grad von der Temperatur an der Küste abziehen. Der Westen El Hierros stellt den fruchtbarsten Teil der Insel dar, da es hier am Häufigsten regnet während es auf der Südseite der Insel eher trocken ist.
Natur
El Hierro wurde vor kurzem von der UNESCO zum Biosphärenreservat ernannt. Die Insel beeindruckt durch eine große Vielfalt an Landschaften. Der Malpaso ist mit 1500 Metern Höhe der höchster Berg. Gewaltige Bergformationen wechseln sich ab mit tiefen Schluchten und beeindruckenden Steilhängen. Es gibt zerklüftete vulkanische Landschaftsbilder mit sprödem Charme und bizarren Lavaformationen. Im Gegensatz dazu hat die Insel aber auch wunderschöne naturbelassene Wälder zu bieten, wie die warmen Nebelurwälder und die ausgedehnten Pinien- und Lorbeerwälder sowie ein in grün getauchtes Hochplateau. Fruchtbare Obstplantagen und Weingärten bieten einen weiteren Kontrast. Die steil abfallende Felsenküste wird unterbrochen von bizarren Buchten und schönen schwarzen Sandstränden. Die Vegetation ist subtropisch. Viele Vögel und Schmetterlinge flattern durch die traumhafte Natur. Außerdem ist die Insel die Heimat der Rieseneidechse, die in den Steilabstürzen des Golfo im „Risco de Tibataje“ lebt.
Strände
Der „Playa de Verodal“ ist mit einigen hundert Metern Länge der größte Sandstrand der Insel. Er hat schönen rotschwarzen Sand. Meist gibt es jedoch eine sehr ausgeprägte Brandung, so dass das Schwimmen nur geübten Schwimmern zu empfehlen ist. Auch „Las Playas“ mit schwarzem Kiessand, klarem Wasser und dem Blick auf Lavaformationen ist eine reizvolle Bucht. Insgesamt bietet die Insel aber nur wenige kleine Sandstrände und ist daher weniger für einen reinen Badeurlaub geeignet. Der größte Teil der Küste besteht aus felsigen, steil abfallenden Klippen mit bis zu 1000 Meter hohen Abstürzen. Die naturbelassenen Lavastrände, idyllischen Badebuchten und Naturschwimmbecken an abgelegenen Orten sind dafür eine traumhafte Alternative zu den Touristenstränden auf anderen Kanareninseln. Die Einwohner El Hierros sind sehr religiös, daher sollten sich Urlauber angemessen verhalten und auch am Strand nicht zu freizügig sein.
Ausflugsziele/Sehenswürdigkeiten
Von dem Aussichtspunkt „Mirador de la Pena“ aus hat man einen phantastischen Blick über das fruchtbare El-Golfo-Tal und die Stadt La Frontera. Der Aussichtspunkt wurde von dem Künstler Cesar Manrique gestaltet. In dem hier stehenden Gebäude befindet sich ein Restaurant, das inseltypisches Essen anbietet. Auch der „Mirador de Isora“ ist ein besuchenswerter Aussichtspunkt.
Viele Naturschönheiten auf El Hierro entführen den Urlauber in eine andere Welt. Der „Roque de La Bonanza“ ist eine bizarre Felsformation im Meer. An dem bekannten Felsbogen kann man die Wirkungen der Urkräfte der Natur direkt bestaunen. „El Sabinar“ bei Sabinos ist ein Wachholderbaumhain mit grotesk geformten Bäumen. Die Baumkronen wurden vom starken Wind bis auf den Boden gedrückt. Besonders beeindruckend ist das Naturschauspiel, wenn der Nebel durch die Bäume zieht.
Der Brunnen „Pozo de la Salut“ gilt als Heilquelle. Das mineralhaltige Wasser wird innerlich wie äußerlich gegen die verschiedensten Krankheiten angewendet. Das hier befindliche Hotel Balneario, am Rande des Ortes Sabinosa, bietet verschiedene Kuren an.
„El Garoe“, der heilige Baum, bei San Andres, ist ein Wahrzeichen der Insel. Er liefert Mensch und Tier in der fast wasserlosen Gegend das begehrte Nass. Das Wunder wird durch den Passatwind ausgelöst. Durch den feuchten Wind kondensiert das Wasser an den Ästen, Blättern oder Nadeln der Bäume. Es tropft dann hinunter und wird unter dem Baum gesammelt. Der ursprüngliche heilige Baum, der den Menschen schon vor hundert Jahren Wasser lieferte, wurde leider von einem Sturm umgelegt. An der selben Stelle wurde aber ein neuer Baum gepflanzt, der die selbe Aufgabe erfüllt.
Weitere Ausflugsziele sind der Fischereihafen „La Restinga“ oder der Leuchtturm „Faro de Orchilla“. Er ist das letzte Licht das Europas Schiffe auf dem Weg nach Südamerika sehen und das erste bei ihrer Rückkehr.
Die schöne Freizeitanlage „Hoya del Morcillo“, ganz in der Nähe des Ortes El Pinar, bietet die Möglichkeit in einem reizvollen Pinienwald zu Picknicken und zu Campen. Es gibt Grill- und Wasserstellen, einen Fußballplatz, einen großen Spielplatz und Boule-Bahnen.
Eines der wohl kleinsten Hotels der Welt ist das Punta Grande Hotel. Es besitzt nur vier Zimmer und liegt direkt an den Klippen des Atlantiks.
Wochenmärkte
In La Frontera gibt es einen Wochenmarkt auf dem man frisches Obst, Gemüse, inseltypische Produkte und traditioneller Handwerkskunst erstehen kann.
Freizeitmöglichkeiten & Sport
Die traumhafte Natur der Insel lässt sich am besten beim Wandern erkunden. Auch Touren mit dem Mountainbike bieten sich hierfür an. Zum Schwimmen und Baden eignet sich der Norden der Insel am besten. Auch Schnorchler und Taucher kommen auf ihre Kosten. An der Südwestküste der Insel liegt das „Mar de las Calmas“ eines der besten Tauchreviere Europas. Ein etwas ausgefallener Sport ist der „Lucha Canaria“, der kanarischer Ringkampf. Derjenige, der als erstes mit einem anderen Körperteil als den Füßen den Boden berührt, verliert. Die Einheimischen spielen gerne Domino. Hierbei kann es durchaus auch einmal recht laut werden.
Kultur
Das Völkerkundemuseum in Valverde ist ein großer Anziehungspunkt für kulturinteressierte Touristen. Auch das „Ecomuseo Guinea“, ein kleines Dorf das zum Museum umgewandelt wurde, bietet einen interessanten Einblick in das Leben der Inselbewohner. Es zeigt Höhlen in denen die Ureinwohner lebten und beeindruckende Lavasteinhäuser, die sich förmlich in die Steilwand ducken. Gleich nebenan ist das „Centro de Recuperation del Lagarto gigante“, die Eidechsenzuchtanstalt. In dieser werden die schon fast als ausgestorben geltenen Rieseneidechsen gezüchtet, damit sie anschließend ausgewildert werden können.
Die Candelaria bei Frontera ist eine Kirche auf dem Hügel Joapira mit einem schönen Glockenturm. In Valverde befindet sich die Kirche „Santa Maria de la Concepcionalverte“, eine Festungskirche aus dem 18. Jahrhundert. Die Kirche „Ermita de los Reyes“ beherbergt die Madonnenfigur „Virgen de los Reyes“, die schon seit dem Jahre 1546 als Schutzpatronin der Insel verehrt wird. Alle vier Jahre gibt es eine Prozession bis in die 28 Kilometer entfernte „Iglesia Santa Maria de la Concepcion“ im Herzen Valverdes, die eine wichtige Rolle im Leben der Einheimischen spielt.
Essen/ Kulinarisches
Das Essen auf El Hierro ist einfach aber sehr schmackhaft. Frisch gefangener Fisch, Ziegenfleisch, Kaninchen, Huhn oder Filetsteaks sind auf jeder Speisekarte zu finden. Als Beilage gibt es Kartoffeln mit Salzkruste, die mitsamt der Schale verspeist werden. Als Dip dienen die Mojos, kalte Saucen in rot oder grün. Der Gofio-Brei, der aus geröstetem Mais- und Gerstenmehl besteht, ist eine sehr nahrhafte, traditionelle Speise. Das Mehl wird mit Honig und Mandeln, Brühe oder Ziegenkäse gemischt und dann gegessen. Herzhafte Suppen und Eintöpfe mit frischem Gemüse und Kichererbsen sind ebenfalls zu empfehlen. Eine Spezialität der Insel sind die Quesadilla, kleine köstliche Käsekuchen. Zum Abschluss eines Mahls gibt es starken Espresso. Die verschiedenen Käsesorten aus Ziegen-, Schafs- und Kuhmilch, die hier hergestellt werden, gelten als Delikatesse. Wegen dem guten Klima werden Bananen, Ananas, Avocados und Mangos angebaut, die sogar exportiert werden. Auch Wein wird kultiviert.