Gran Canaria wird auch als „Miniaturkontinent“ bezeichnet. Die Insel
bietet eine Vielzahl an unterschiedlichen Klimazonen, Landschaften, Flora und Fauna.
Von kilometerlangen Sandstränden über 2000 Meter hohe, schneebedeckte
Gebirgsformationen bis hin zu Palmenhainen, gibt es für jeden Naturliebhaber
etwas zu entdecken. Trotzdem ist die Insel touristisch sehr gut erschlossen. Die
Urlauber können sich in der „Sioux City“ in den wilden Westen
zurückversetzen lassen, sich am Strand entspannen, sich eine Delphinshow
anschauen, Sport treiben, mit den Kindern einen Tierpark oder ein Freibad besuchen,
durch die Museen und die Altstadt von Las Palmas schlendern oder einfach das
Partyleben genießen. Für jeden Geschmack lässt sich etwas finden.
Lage
Im Atlantischen Ozean 210 Kilometer westlich von der Küste Südmarokkos
entfernt, befindet sich die Insel Gran Canaria. Sie liegt zwischen ihren
größeren Nachbarinseln Teneriffa im Westen und Fuerteventura im Osten. Man
erreicht die Insel von Deutschland aus nach vier Stunden Flug.
Allgemeine Informationen
Die annähernd kreisförmige Insel hat einen Durchmesser von etwa 50
Kilometern und eine Fläche von 1.560 Quadratkilometern. Sie ist die
drittgrößte der Kanarischen Inseln. Die Küste hat eine Länge von
rund 236 Kilometern. Die Hauptstadt Las Palmas liegt im Nordosten der Insel. Gran
Canaria ist die am dichtesten besiedelte und touristisch am besten erschlossene der
Kanareninseln. Im Jahr 2008 hatte die Insel 829.597 Einwohner. Mittlerweile
verbringen über zwei Millionen Urlauber jährlich hier ihre Ferien. Das
Urlaubsangebot ist breit gefächert. All-Inclusive Pauschalreisen,
Wellnesshotels; Ferienwohnungen und -häuser sowie idyllisch gelegenen Fincas
bieten für jeden Touristen das Ambiente in dem er sich wohl fühlt. Die
Hauptreiseziele, vor allem für günstigere Reisen, liegen meist im
Süden der Insel. Im Norden finden sich neben der Hauptstadt weitere
größere Städte. Die Insel verfügt über ein gut ausgebautes
Straßennetz und außerdem über ein dichtes Netz an Linienbussen, so
dass es einfach ist von einem Ort zum anderen zu gelangen.
Weitere Informationen
Klima
Gran Canaria hat ein mediterranes, subtropisches Klima mit ganzjährig milden
Temperaturen. Im Schnitt liegt die Temperatur bei 22 Grad Celsius. Im Sommer kann es
aber auch wärmer werden. Der Norden der Insel ist eher feucht und der Süden
trockener. Das gesunde Klima ist insbesondere für Pollenallergiker ideal.
Natur
Die Natur auf Gran Canaria wurde 2005 von der UNESCO als Biosphären-Reservat
teilweise unter Schutz gestellt. Interessant sind die viele verschiedene Klimazonen,
aber auch die Vegetation. Von den über 2.000 auf der Insel vorkommenden
Pflanzenarten gibt es rund 600 ausschließlich hier.
Fast in der Mitte der Insel ragt die höchste Erhebung, der erloschene 1949 Meter
hohe Vulkan „Pico del Pozo de las Nieves“ auf. Sein Name bedeutet so viel
wie „schneebedeckte Spitze“, da dort im Winter teilweise Schnee liegt.
Vom gebirgigen Hochland aus führen unzählige tief eingeschnittene
Flussläufe, so genannte Barrancos, bis hinunter zur Küste. Diese sind
oftmals ausgetrocknet, können sich aber nach stärkerem Regen in
reißende Bäche verwandeln.
Die Natur auf Gran Canaria ist, wie die Bezeichnung „Miniaturkontinent“
vermuten lässt, sehr vielseitig. Es gibt ausgedehnte feinsandige Strände,
vulkanische Landschaften, Palmenhaine, Fichten-, Kiefern- und Lorbeerwälder,
wüstenähnliche Dünenareale, fast 2000 Meter hohe Gebirgsmassive, steil
zum Atlantik abfallende Felswände und bizarre Felsformationen im Bergland. Die
Einmaligkeit der unterschiedlichen Landschaften lässt sich am besten mit dem
Mietwagen erkunden.
Strände
An den Küsten Gran Canarias erstrecken sich traumhaft schöne, lange,
weiße Sandstrände. Die Strände „Playa de Maspalomas“ mit
mehreren Metern hohen feinsandigen Dünen, „Playa del Ingles“ und
„Playa San Agustin“ im Süden der Insel sind die idealen
Anlaufstellen für Badeurlauber. Aber auch der „Playa de las
Canteras“ bei Las Palmas, ein knapp vier Kilometer langer Großstadtstrand
zählt zu den schönsten Stränden der Welt. Das davor liegende Naturriff
schützt die Badenden vor Strömungen und stärkeren Wellen. Im mittleren
Abschnitt der „Playa de Maspalomas“ gibt es einen umfangreichen
FKK-Bereich. Dort befindet sich auch eine Nudisten-Bungalowanlage.
Ausflugsziele/Sehenswürdigkeiten
Auf Gran Canaria gibt es zahlreiche Ausflugsziele. Ein Trinkwasser-Staudamm kann
besichtigt werden Der malerische Fischerort Puerto de Mogan wird wegen seiner kleinen
Kanäle auch „Venedig des Südens“ genannt. Im dem
Freilichtmuseum „Mundo Aborigen“ kann der interessierte Urlauber auf
einer Fläche von rund 110.000 Quadratmetern in altkanarischer Kulisse das Leben
und die Gebräuche der Ureinwohner kennen lernen. Eine der bekannten
Sehenswürdigkeiten von Gran Canaria ist der „Palmitos Park“.
Inmitten tropischer und typisch kanarischer Vegetation befindet sich ein Tierpark der
mit Shows, einem Aquarium und einem eigenen Delphinarium beeindruckt. Der Westernpark
Sioux City ist besonders für Familien mit Kindern eine angenehme Abwechslung zum
Badeurlaub. Mit Cowboy- und Indianershows lassen sich nicht nur die kleinen
Gäste begeistern. Der neue Star des Reptilienzoos der Sioux City ist ein
schneeweißes Albino-Krokodil. Außerdem lohnt sich der Besuch des Ortes
Teror mit typisch kanarischer Architektur oder der Ort San Bartolome und Fataga im
Landesinneren. Die Dünen von Maspalomas erinnern mit ihren rund 25
Quadratkilometern Ausdehnung an die Sahara. Pflanzenliebhabern sei der Kakteenpark
„Cactualdea“ bei San Nicolas de Tolentino oder der Botanischer Garten
„Jardin Botanico Canario Viera y Clavijo“, kurz einfach nur
„Jardín Canario“, in Tafira Alta ans Herz gelegt. Zu den
Wahrzeichen der Insel zählt der Monolith Roque Nublo, der auf einer Höhe
von ca. 1.800 Metern in der Mitte der Insel zu finden ist und eine stolze Höhe
von achtzig Metern hat. Die Felsnadel „Dedo de Dios“, was „Der
Finger Gottes“ bedeutet, in Puerto de las Nieves ist eine der bizarren
Gesteinsformationen, die es auf Gran Canaria häufig gibt. Auf dem Pass Cruz de
Tejeda gibt es einen Aussichtspunkt. Im „Cenobio de Valeron“ wurden
über 290 Höhlen von den Ureinwohnern in den Tuffstein gehauen. Auch die
Höhlen von Artenara oder der Basaltfelsen „Lomo do los Letreros“,
auf dem Gravuren von den Ureinwohnern sichtbar sind, bieten einen Blick in die
Vergangenheit der Insel.
Wochenmärkte
Ob frisches Gemüse, saftiges Obst, exotische Gewürze, aromatische
Kräuter, regionale Köstlichkeiten wie Käse, Souvenirs, Kunsthandwerk,
Kleidung, Taschen oder Parfum, die Auswahl auf den Märkten Gran Canarias ist
groß und vielfältig.
Regelmäßige Märkte finden in Teror, San Mateo, Vecindario, Puerto de
Mogan, Maspalomas, Las Palmas, Arguineguin, aber auch in kleineren Ortschaften statt.
Nicht weit entfernt am Ortsrand von San Fernando gibt es eine Markthalle. Dort findet
zweimal wöchentlich ein Markt statt, der typische Produkte der Insel
anbietet.
Freizeitmöglichkeiten
Las Palmas bietet dem Urlauber eine Vielzahl an
Beschäftigungsmöglichkeiten. Museen, Boutiquen oder größere
Kaufhäuser können besucht werden, die zahlreiche Restaurants und
Cafés laden dazu ein, eine Pause zu machen und nachts brodelt in den
Diskotheken das Nachtleben. Aber auch Touristen, die nur relaxen möchten finden
auf Gran Canaria genug Wellness- und Spa-Angebote. Im Wasserpark
„Aquasur“ kann sich Jung und Alt auf über dreißig
Wasserrutschen austoben. Und das Casino „Tamarindos“ im Hotel Melia
Tamarindos in Maspalomas bietet an bei Black Jack, amerikanischen Roulette und
Geldspielautomaten sein Glück zu versuchen.
Sport
Die zerklüftete Berglandschaft in der Inselmitte eignet sich hervorragend zum
Wandern und Bergsteigen. Auch für Radtouren und Mountainbiking bietet sich die
Umgebung an. Eine weitere Möglichkeit die Insel zu erkunden ist auf dem
Pferderücken. Viele Hotels haben Golfanlagen und in Maspalomas steht die Golfer
Siedlung „Campo de Golf“. Es gibt alle erdenklichen Angebote für
Freunde des Wassersports. Der Ort Pozo Izquierdo wird von Windsurfern bevorzugt. Hier
finden schon seit Jahren internationale Regatten statt. Die Ostküste ist beliebt
bei Surfern. Tauchen und Schnorcheln bieten einmalige Einblicke in die
Unterwasserwelt. Mantarochen sonnen sich gelegentlich im Flachwasser der Buchten und
in den bis zu 3000 Meter tiefen Gräben zwischen den Inseln tummeln sich
Delphine, Haie und Grindwale.
Kultur
In Las Palmas findet der Kulturinteressierte Sehenswürdigkeiten wie die
historischen Gebäude der Kathedrale Santa Ana, die Altstadt und den
Prachtboulevard Calle Mayor de Triana. Außerdem lohnt sich der Besuch der
zahlreichen Museen. Die Kirche „Iglesia de San Sebastian" in Agüimes ist
eines der schönsten kirchlichen Bauwerke auf den Kanaren. Sie ist allerdings nur
zur Messe ab 19 Uhr geöffnet.
Essen/ Kulinarisches
Durch das gute Klima ist es auf Gran Canaria möglich, Bananen anzubauen. Die
Früchte sind kleiner und schmackhafter als die in Deutschland gewohnten Bananen.
Ein Geschmackserlebnis sind beispielsweise mit Rum flambierte Bananen.
Die Küche lässt sich als bäuerlich einfach, aber auf einem guten Niveau
bezeichnen. Es werden meist nur frische Zutaten verwendet. Lamm, das Fleisch
freilaufender Bergschweine sowie Wildkaninchen, das man in allen Variationen auf den
Teller bekommt, sind typisch. Die Kartoffel ist die gängige Beilage auf Gran
Canaria, es gibt sie in mehr als vierzig Sorten. Unter Suppen sind herzhafte
Eintöpfe zu verstehen. Außerdem lohnt es sich den fangfrischen Fisch zu
probieren. Tapas, und die Mojos, kanarische Sauce in rot und grün, werden
ebenfalls angeboten. Die Speisen werden mit viel Knoblauch und Olivenöl
abgeschmeckt. Dazu bietet sich der vor Ort angebaute Wein an, der ausgezeichnet
schmeckt.
Der geräucherte oder frische Käse ist eine echte Spezialität. Eine
weitere typische Inseldelikatesse ist die Paprikawurst „Chorizo“. Ein
typisch kanarisches Frühstück ist „Gofio“, das man aber nicht in
Hotels bekommt. Es ist ein Brei aus Mais-, Gerste- oder Weizenmehl, gemischt mit Zucker
und Milch, der lange satt macht. Die Nachspeisen auf Gran Canaria sind sehr
süß, angeboten werden beispielsweise Mandelkuchen und Honigspeisen.
Traditionell schließt das Essen mit einer guten Tasse Kaffee ab. Das
Nationalgetränk der Grancanarios ist Rum.
Die kanarische Küche kann dem deutschen Gaumen ungewohnt stark gewürzt
vorkommen. Auf internationale Gerichte muss der Urlauber auf Gran Canaria
natürlich nicht verzichten. In den Touristenorten dominieren deutsche, chinesische
und italienische Restaurants.