Die als Aussteigerparadies bekannte Insel La Gomera bietet mittlerweile auch für Erholungssuchende und Naturliebhaber ein traumhaftes Urlaubsziel. Die Lorbeerwälder laden zu ausgedehnten Wandertouren ein auf denen man das ursprüngliche Eiland erkunden kann. Die vielseitige Natur bietet traumhafte Buchten und karge Landschaften im Süden und tropische, grüne Täler und Nebelwälder im Norden.
Lage
Im westlichen Teil des kanarischen Archipels, ungefähr dreißig Kilometer westlich von Teneriffa, 55 Kilometer südöstlich von La Palma und 60 Kilometer nordöstlich von El Hierro liegt die Insel La Gomera. Das afrikanische Festland ist rund 370 Kilometer entfernt.
Die Insel besitzt einen eigenen Flughafen. Er liegt bei Playa Santiago etwa 34 Kilometer von der Inselhauptstadt San Sebastian entfernt. Hier landen allerdings nur Flugzeuge von anderen Kanareninseln. Von dem Flughafen Teneriffa Nord (Los Rodeos) dauert die Verbindung 35 Minuten und von Gran Canaria aus 45 Minuten. Deutsche Urlauber landen nach etwa vier Stunden Flug meist am südlichen Flughafen Teneriffas. Für sie bietet sich eher die Fähre vom Hafen Los Cristianos im Südwesten Teneriffas an. Diese erreicht La Gomera nach 35 Minuten.
Allgemeine Informationen
La Gomera ist die zweitkleinste der kanarischen Inseln. Sie hat eine fast kreisrunde Form mit rund 25 Kilometern Durchmesser. Die Küstenlänge beträgt 98 Kilometer, davon sind 83 Kilometer Steilküste. Insgesamt gibt es 15 Kilometer Strand. Auf einer Fläche von etwa 370 Quadratkilometern leben 22.769 Einwohner (Stand 2009). Die Hauptstadt ist San Sebastian. Als Landessprache wird Spanisch gesprochen. Im Vergleich zur MEZ besteht ein Zeitunterschied von minus einer Stunde.
Auf dem traumhaften Eiland gibt es keine Betonburgen, die Insel hat sich einen großen Teil ihrer Ursprünglichkeit bewahrt. Das größte Touristenzentrum ist mittlerweile das „Valle Gran Rey“, das „Tal des Königs“ im Westen der Insel. Der östliche Teil von La Gomera ist recht ruhig und daher für Erholungssuchende Urlauber ideal.
Weitere Informationen
Klima
Auf La Gomera herrscht das ganze Jahr über ein frühlingshaftes bis sommerliches Wetter, mit Temperaturen zwischen angenehmen 17 und 25 Grad. Durch die zerklüftete Bergwelt im Norden der Insel gibt es drei unterschiedliche Klimazonen. Die Luftfeuchtigkeit sammelt sich oft als Nebelschwaden an den Hängen der Insel. Bei Wanderungen in höheren Lagen fällt der Blick daher oft auf ein Meer aus Wolken. Im wärmeren Süden der Insel gibt es doppelt so viele Sonnenstunden wie im Norden.
Natur
Die höchste Erhebung ist mit 1.487 Metern der „Alto de Garajonay“. La Gomera hat eine einzigartige und sehr vielseitige Landschaft. Der Westen ist geprägt von unzähligen Dattelpalmen inmitten einer wilden Berglandschaft mit ausgewaschenen Schluchten und zerklüfteten Felsmassiven. Im Norden bezaubert ein üppiges, grünes Panorama und eine vielseitige Flora. Immergrüne, tropisch anmutende Landschaften und weite grüne Täler vermitteln dem Urlauber das Gefühl, er sei im tropischen Urwald. Der Osten von La Gomera besticht durch seine Berghänge und grünen Seitentäler mit idyllisch kleinen Ortschaften. Hier liegen außerdem malerische Stauseen, der größte noch zusammenhängende Lorbeerwald der Erde und der ganzjährig Wasser führende Cedro-Bach. Im Süden reihen sich karge, wüstenähnliche Gebiete an schroffe, wilde Vulkanlandschaften. Der Nationalpark in der Mitte der Insel ist der Lebensraum von 1.000 wirbellosen Tierarten, von denen circa 150 nur hier beheimatet sind. La Gomera bietet nicht nur eine bunte Vogelwelt, sondern auch die Unterwasserwelt vor der Insel ist von einer phantastischen Vielfalt geprägt. Auch Wale und Delphine sind hier beheimatet.
Strände
La Gomera ist keine typische Insel für den Badeurlaub. Von den fünfzehn Kilometern Strand, ist nur etwa ein halber Kilometer Sandstrand. Der Rest besteht aus grobem Kies und kleinen wie großen Steinen. Aber auch Urlauber, die sich Sonne, Strand und Meer wünschen besuchen die Insel, denn es gibt traumhafte Fleckchen und oft menschenleere Buchten, die viel Ruhe, Entspannung und Erholung bringen. Die schönsten Strände mit teilweise schwarzem Sand, sind in San Sebastian, Alojera, Valle Gran Rey sowie östlich von Hermigua zu finden. Der Sonnenuntergang lässt sich am besten am etwas abgelegen Strand „Playa del Ingles“ betrachten. Nacktbaden ist in abgelegenen Buchten möglich und wird auch praktiziert. Die Gomeros sehen die Anhänger der Freikörperkultur am Strand aber teilweise nicht sonderlich gerne.
Ausflugsziele/Sehenswürdigkeiten
Das Highlight bei einem Besuch auf La Gomera ist eindeutig der Nationalpark Garajonay. Er macht mit seinen 4.000 Hektar rund ein Zehntel der Fläche der Insel aus. Verschlungene Dschungelpfade führen durch immergrüne Nebelwälder und vorbei an übergroßen Farngewächsen, Bächen und Wasserfällen. Schon im Jahre 1986 erklärte die UNESCO den Park zum Weltkulturerbe. In La Palmita befindet sich das Besucherzentrum „Juego de Bolas“, in dem über die Geschichte der Bevölkerung und der Insel informiert wird.
Der Aussichtspunkt „Degollada de Peraza“, auf einem etwa 900 Meter hohen Pass, bietet einen sagenhaften Blick über die umliegende Landschaft. Ebenfalls einen Besuch wert sind das hübsche, verträumte Dorf La Calera mit autofreien Gassen, das praktisch am Hang klebt; das Bergdorf Chipude auf 1000 Metern Höhe oder das kleine Dörfchen Benchijigua, bei dem man einen herrlichen Blick auf den „Barranco de Santiago“ hat. Absolut beeindruckend ist „El Cedro“, ein Lorbeerwald, der von einem ganzjährig Wasser führenden Bach durchflossen wird. Im Herzen des Waldes befindet sich das gleichnamige Örtchen mit seinen wenigen Häusern. In Hermigua kann der Urlauber große Bananenfelder bestaunen. Auch der einzige Drachenbaum der Insel, der „Drago de Agalan“, in der Nähe von Alajero ist ein interessantes Ausflugsziel. Die „Chorros de Epina“ ist eine Quelle, die sich im Lorbeer- und Heidemischwald an der Straße in Richtung Vallehermoso befindet. In den Bergen lassen sich die Zwillingsfelsen „Roques de San Pedro“, zwei ehemalige Vulkanschlote, bestaunen. Der Felsen „Roque Cano“ ragt 650 Meter steil in die Höhe und erinnert in seiner Form an einen Zahn. Der Tafelberg „La Fortaleza de Chipude“, ein erodierter Vulkanschlot mit weitläufigen Gipfelplateau in rund 1200 Metern Höhe ist eine weitere Naturschönheit.
Die berühmte Felswand „Los Organos“ befindet sich an der Küste und ist lediglich auf dem Wasserweg zu erreichen. Riesige Basaltsäulen reihen sich wie Orgelpfeifen aneinander.
Eine spannende Unternehmung ist eine Bootsfahrt mit Wal- und Delphinsichtung. Es gibt circa 21 Delphinarten sowie eine Grindwal Herde vor der Küste La Gomeras.
Wochenmärkte
Auf La Gomera finden größere Märkte in der Hauptstadt San Sebastian und in Valle Gran Rey statt. Dort kann man Gemüse, Obst, Milch, Fleisch, Fisch, inseltypische Erzeugnisse wie Käse, Marmeladen, Liköre, Backwerk und vieles mehr erstehen. Außerdem gibt es traditionelles Kunsthandwerk. Mit einer besonderen Idylle besticht der kleine Bauernmarkt in Vallehermoso, der an jedem Wochentag im Untergeschoss des Rathauses stattfindet.
Freizeitmöglichkeiten
Wenn einem nicht nach Biken oder Wandern ist, kann man sich auf La Gomera ein Motorrad mieten oder ganz gemächlich auf dem Rücken eines Kamels die Insel erkunden. Im Gesundheitszentrum „La Fortaleza“ in Valle Gran Rey gibt es ein umfangreiches Angebot an Wellnessbehandlungen.
Sport
Sportbegeisterte kommen auf La Gomera voll auf ihre Kosten. Beim Wandern oder Biken lernt der Urlauber die traumhafte Natur besser kennen. Erwähnenswert ist, dass Biker schon eine gewisse Kondition mitbringen sollten, da die zerklüftete Berglandschaft Höhenunterschiede von knapp 1.500 Metern bereithält. Eine Alternative hierzu sind Reitpferde oder sogar Esel. Des Weiteren werden Golfen, Fitnesstraining, Trekking, Bergsteigen, Segeln, Surfen, Schwimmen, Schnorcheln und Hochseefischen angeboten. Ein besonderes Erlebnis ist das Tauchen in der bunten und artenreichen Unterwasserwelt rund um La Gomera. Hier besteht die Möglichkeit sogar Meeressäuger wie Delphine zu sehen.
Kultur
Christoph Kolumbus legte auf La Gomera einen Zwischenstopp ein, als er sich auf den Weg nach Indien machte. Daher ist die Insel auch unter dem Namen „La Isla Colombina“ bekannt. Aus dieser Zeit erhalten geblieben sind der Grafenturm „Torre del Conde“ und die Kirche „Iglesia de la Asuncion“. Für Kulturinteressierte bietet vor allem der Norden mit seinen alten Kirchen, schmucken Herrenhäusern und Stätten traditionellen Kunsthandwerks wie dem Töpferdorf El Cercado eine interessante Abwechslung. Besonders schön sind die Kirche von Salvador del Mundo und die Kapelle von San Lorenzo. Das „Monumento al Sagrado Corazon de Jesu“ ist eine überdimensionale Jesusstatue. Weinproben oder der Besuch der alten Gofiomühle bieten dem Urlauber weitere Möglichkeiten, seine Freizeit zu gestalten. Das Museum „Los Telares“ in Hermigua informiert über das traditionelle Handwerk auf La Gomera. Auf La Gomera werden zahlreiche Feste gefeiert. Im Februar gibt es das farbenfrohe Faschingsfest, im März den Karneval in San Sebastian, im Juni das San Juan Sonnenwendefeuer am Strand von La Puntilla und alle fünf Jahre im Juli die „Fiesta de la Virgen del Carmen“, ein zwei Tage dauerndes Fest zu Ehren der Schutzpatrone der Fischer. Eine Besonderheit an La Gomera ist die nur hier existierenden Pfeifsprache „El Silbo“. Sie diente der einfachen Verständigung über die weiten Täler hinweg und wird mittlerweile sogar wieder an den Schulen unterrichtet.
Essen/ Kulinarisches
Eine kulinarische Besonderheit auf La Gomera ist der Brunnenkresseeintopf „Potaje de Berros“. Lamm und Kaninchen sind inseltypische Fleischgerichte. Besonders lecker sind auch die Meeresköstlichkeiten, zum Beispiel „Vieja“, ein Gericht aus dem Papageienfisch, der direkt vor der Insel gefangen wird. Als Beilage gibt es Kartoffeln mit dicker Salzkruste, die mitsamt ihrer Schale verspeist werden. Dazu werden mit Gewürzen angereicherte Saucen, die Mojos, serviert. Gofio, eine Mischung aus geröstetem Mais- und Gerstenmehl, wird auf den Kanaren zu fast jedem Gericht gereicht. Eine weitere Köstlichkeit ist der Ziegenkäse, der auf La Gomera immer noch von Hand hergestellt wird. Der Hauptbestandteil der pikanten Creme namens „Almogrote“ ist ebenfalls den Inselkäse. Kanarische Bananen mit Palmenhonig ist etwas Besonderes für alle Naschkatzen. Auf La Gomera wird Wein angebaut. Die Weinberge liegen in Hermigua-Agulo, Vallehermoso, sowie in Valle Gran Rey und Alajero. Der Weißwein ist hier eher gelblich und sehr intensiv im Geschmack.