Wer die Auswirkungen der Urgewalt eines Vulkanes hautnah erleben möchte, ist auf der Insel Lanzarote genau richtig. Bizarre Mondlandschaften aus Lavagestein und schwarze Strände sind typisch für die Vulkaninsel. Die unterirdische Hitze des Timanfaya-Vulkans reicht noch heute aus, um einen Heuballen zu entzünden. Außerdem ist die Insel vom Massentourismus verschont geblieben, große Hotelburgen gibt es nicht. Ein weiterer Vorteil für einen angenehmen Urlaub ist, dass es so gut wie nie regnet.
Lage
Nur etwa 140 Kilometer westlich der marokkanischen Küste liegt Lanzarote. Sie ist die nordöstlichste Insel des kanarischen Archipels. Zwischen dem spanischen Festland und Lanzarote liegen etwa 1000 Kilometer. Von Deutschland aus erreicht man Lanzarote nach etwa vier Stunden Flug. Der Flughafen, Lanzarote-Guacimeta, liegt etwa in der Mitte der Insel.
Allgemeine Informationen
Die Insel hat eine Größe von 845 Quadratkilometern. Sie miss von Nord nach Süd ungefähr 58 und von West nach Ost etwa 34 Kilometer. Lanzarote verfügt über eine rund 213 Kilometer lange, einmalig schöne Küste. Das aus fünf kleinen Inseln bestehende Chinijo-Archipel im Norden der Insel ist ein Teil Lanzarotes. Zu ihm gehören die bewohnte Insel La Graciosa und die unbewohnten Inseln Montana Clara, Alegranza, Roque del Oste und Roque del Este. Etwa 130.000 Einwohner leben auf Lanzarote. Ihre unvergleichliche, herzerwärmende Art führt dazu, dass sich der Urlauber sogleich heimisch fühlt. Gesprochen wird Spanisch. Die Hauptstadt Arrecife liegt in der Mitte der Ostküste. Lanzarote ist bisher vom Massentourismus verschont geblieben, Hotelburgen wie auf Teneriffa und Gran Canaria gibt es nicht. Bis auf ein Gebäude in der Hauptstadt haben die Bauten nicht mehr als drei Stockwerke, überschreiten also nicht die Höhe einer ausgewachsenen Palme. Der mittlerweile verstorbene Künstler César Manrique, der auf der Insel lebte, hatte sich sehr für diese Regelung eingesetzt.
Zu den bekanntesten Urlaubsgebieten der Insel gehören Puerto del Carmen im Süden, Costa Teguise im Südosten und Playa Blanca an der Südspitze. Playa Blanca zählt zu den eher ruhigen Urlaubsorten. Es lohnt sich die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Durch das komfortabel erschlossene Straßennetz ist ein Mietwagen dazu ideal.
Weitere Informationen
Klima
Auf Lanzarote herrscht das ganze Jahr hindurch ein mildes, fast frühlingshaftes Klima. Die Temperaturen liegen meist zwischen 20 und 25 Grad. Es weht das ganze Jahr über ein frischer Wind, der auch die gelegentlich höheren Temperaturen erträglich sein lässt. Die Insel ist sehr niederschlagsarm und die Sonne scheint nahezu durchgehend. Ein besonderes Wetterphänomen, das einige Male im Jahr auftritt, ist der so genannte Calima. Durch Wüstenstürme in der Sahara werden Sand- und Staubpartikel in die Luft getragen. Der Himmel erscheint in unwirklichen Rot- und Brauntönen. Während eines Calimas können die Temperaturen bis auf 40 Grad ansteigen.
Natur
Schon im Jahr 1993 wurde die gesamte Insel von der UNSECO zum Biosphärenreservat ernannt. Sie ist geprägt von zwei Gebirgszügen, dem Famara-Massiv im Süden und dem Bergzug „Los Ajaches“ im Norden. Im Famara-Gebirge befindet sich der „Penas del Chache“, der mit 671 Metern höchste Gipfel der Insel. Die westlichen Berge gehören zum feuchtesten und grünsten Teil der Insel. Beeindruckend ist auch die Sandwüste „El Jable“. Der Rest der Insel zeichnet durch eine Hügellandschaft mit markant aufragenden Vulkankegeln und unberührter Natur aus. Die in ihrer Schroffheit beeindruckende Landschaft ist zu einem Großteil durch Vulkanausbrüche entstanden. Zuletzt spuckte hier Mutter Erde im Jahr 1824. Am Meer gibt es schöne Strände und steile Felsküsten.
Die Vegetation auf Lanzarote ist eher karg. Sie ist geprägt von Flechten, Kakteen, Sukkulenten, Salzpflanzen und Palmen. Im feuchteren Norden wachsen auch Farne, Dattelpalmen, kanarische Kiefern und zum Teil Lorbeerbäume. Die Fauna besteht aus der einheimischen Fledermaus, Eidechsen und einer bunten Vogelwelt.
Strände
Auf Lanzarote gibt es von kleinen, kuscheligen Buchten bis hin zu längeren Strandabschnitten viele besuchenswerte Strände. Insgesamt hat die Küste zehn Kilometer feinen Sandstrand und sechzehn Kilometer Kiesstrand. Durch den Vulkanismus bedingt, sind viele Strände auf Lanzarote recht dunkelsandig und teilweise sogar fast schwarz. In den Touristenorten wurde jedoch meist hellerer Sand aufgeschüttet. Sandstrände sind in Puerto del Carmen, in Costa Teguise und bei Famara zu finden. In Puerto del Carmen schlängelt sich eine Strandpromenade mit zahlreichen Restaurants und Kneipen an dem kilometerlangen Naturstrand entlang. Costa Teguise garantiert einen familienfreundlichen Urlaub. Der Playa de Famara ist mit zwei Kilometern Länge und über 100 Metern Breite der längste Strandabschnitt der Insel. Dieser Strand ist außerdem bei Wind- und Kitesurfern beliebt. FKK wird an den Papagayo-Stränden im Süden Lanzarotes, an dem Strand parallel zur Flughafenpiste und an der „Playa de Famara“ praktiziert. Im Norden gibt es eine bekannte FKK-Siedlung. An der Westküste Lanzarotes ist es oftmals sehr windig, was dazu führen kann, dass Badeverbot herrscht. Im tieferen Wasser gibt es gefährliche Unterströmungen.
Ausflugsziele/Sehenswürdigkeiten
Die Natur auf Lanzarote bietet eine atemberaubende Schönheit. „El Golfo“, ein halb im Meer versunkener Krater mit Lagune, die Lavahöhlen „Jameos del Aqua“ und „Cueva de los Verdes“ und das Tal der tausend Palmen bei Haria sind beliebte Ausflugsziele. Im Nationalpark Timanfaya erstrahlen die Feuerberge von tiefschwarz bis feuerrot. Die bizarre Felsküste von Los Hervideros zwischen dem Fischerdorf El Golfo und Salinas de Janubio lässt die Urgewalt des Atlantiks erkennen. Der „Lago Verde“, ein leuchtend grüner See mit extrem salzhaltigem Wasser südlich des Fischerdorfes El Golfo ist eine weitere Touristenattraktion. Bizarre Landschaften vulkanischem Ursprungs finden sich überall auf der Insel, beispielsweise zwischen Guatiza und Teguise und in der Nähe des Vulkans Montana Colorada. Auch der Kaktuspark „Jardin de Cactus“ lohnt einen Besuch.
Es gibt mehrere besuchenswerte Aussichtspunkte auf Lanzarote. Am „Mirador Risco de Famara“ fällt die Steilküste über sechshundert Meter tief ab und verschafft einem einen phantastischen Ausblick auf den Atlantik. Der „Mirador de Haria“ bietet einen wunderschönen Blick über das fruchtbare grüne Tal mit den terrassenförmig angelegten Feldern und das Dörfchen Haria. Im Dorf Femes gibt es einen Balkon der eine phantastische Aussicht auf die Rubicon-Ebene bis nach Playa Blanca und bei klarem Wetter sogar bis auf die Nachbarinseln Fuerteventura freigibt. Vom „Punta del Aguila“ sind die Traumstrände „Playas de Papagayo“ bereits aus der Ferne zu sehen. Und der „Mirador del Rio“ auf 475 Metern Höhe an der Steilküste des Famara-Massivs ist eine der reizvollsten architektonischen Sehenswürdigkeiten, da die über dem Abgrund befindliche Brüstung in den Felsen integriert wurde.
Ein interessantes Ausflugsziel ist die Salzgewinnungsanlage Salinas de Janubio. Im „Guinate Tropical Park“ kann man zwischen Gärten, Lagunen und Wasserfällen Vögel beobachten. Und der „Rancho Texas Park“ bietet auf über 60.000 Quadratmetern viele verschiedene Tiere und spektakuläre Shows beispielsweise mit Papageien, Seelöwen und Raubvögeln. Die kleine mit Vulkankegeln bedeckte Insel La Graciosa lässt sich täglich mit kleinen Fährbooten von Orzola aus besuchen.
Wochenmärkte
Lanzarote hat Märkte für Kunsthandwerk, Accessoires, Schmuck und Souvenirs, aber auch für Lebensmittel. In Teguise, der alten Inselhauptstadt, findet ein großer Markt statt. In Haria gibt es jeden Samstag den Kunsthandwerkermarkt. In Tias wird Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse, Brot, Kuchen, Trockenfleisch und Likör verkauft. In Playa Honda, findet ein Flohmarkt statt. Weitere Märkte sind in Costa Teguise, Arrecife und Marina Rubicon.
Freizeitmöglichkeiten
Das Besucher- und Informationszentrum „Mancha Blanca“ bietet einen Überblick über die Freizeitaktivitäten, die auf der Insel betrieben werden. Beispielsweise ist das Reiten auf Dromedaren eine lustige Abwechslung zum Badeurlaub und zahlreiche Hotels bieten Wellnessangebote an. Beim Bootsverleih gibt es vom Motorboot über ein Unterseeboot bis hin zur Segelyacht jedes Kalibers zu mieten.
Sport
Auf Lanzarote kann man Drachenflieger beobachten, die vom „Risco de Famara“ in die Tiefe springen und sich auch selbst an diesem Sport versuchen. Zu Wasser wird Kite- und Windsurfen, Segeln, Wellenreiten und Tauchen angeboten. Besonders eindrucksvoll ist der längste Unterwasser-Vulkantunnel der Welt. Reiten, Golfen, Mountainbiking, Motorradfahren, Klettern, Fitness, Kartfahren, Poker, Tanz, Skaten und Ironman Training führen dazu, dass es dem sportlich begeisterten Urlauber nie langweilig wird. Wer etwas Neues ausprobieren möchte, kann sich am „Lucha Canaria“ versuchen, einem beliebten Ringkampf der Einheimischen.
Kultur
Cesar Manrique war ein bekannter auf Lanzarote lebender Künstler. Er kreierte unter anderem Windspiele, die in einigen größeren Orten, meist auf den Verkehrsinseln am Ortseingang, stehen. In seinem ehemaligen Wohnhaus werden noch heute Kunstwerke ausgestellt. Auch die kleine Wallfahrtskapelle „Ermita de las Nieves“ mit ihrer herrlichen Aussicht, lohnt einen Besuch. Im Inneren der Insel befinden sich typisch kanarische Dörfer in denen es scheint, als sei die Zeit stehen geblieben. In dem kleinen Dorf Tiagua befindet sich das Bauernmuseum „Museo Agricolo El Patio“. Weitere Museen sind das Heimatmuseum „Casa Museo del Campesino“, das Meeressäugermuseum „Museo de Cetaceos“ oder das Museum für Völkerkunde „Museo Tanit“. In der Nähe des Dorfes Masdache befindet sich das Weinmuseum „El Grifo“. Einige Castillos wie das „Castillo de Santa Barbara“ in Teguise, das „Castillo de San Gabriel“ sowie das „Castillo de San Jose“ in Arrecife laden zu einem Ausflug ein. Das „Castillo de las Coloradas“ diente früher als Piratenaussichtsturm. Leider kann man es nur von außen besichtigen.
Essen/ Kulinarisches
Das Essen auf Lanzarote ist deftig, einfach und sehr schmackhaft. Frisches Gemüse und frische Kräuter sowie Kartoffeln spielen eine übergeordnete Rolle auf dem Speiseplan. Eine Spezialität der Inseln ist die Runzelkartoffel, die in salzigem Meerwasser gekocht und mitsamt ihrer Schale verspeist wird. Dazu gibt es häufig Mojos, delikate Saucen in rot oder grün. Lecker sind die Gemüse- oder Fleischeintöpfe in denen sich häufig Kichererbsen oder Klöße aus Gofio finden. Gofio ist ein spezielles Weizen- oder Maismehl, das traditionell zu Klößen und Fladen verarbeitet wird und zu nahezu allen Mahlzeiten gereicht wird. Fisch und Meeresfrüchte von der Küste werden hier oftmals aufgrund der Haltbarkeit in Salz eingelegt oder geräuchert und sind in jedem Fall zu empfehlen. Natürlich gibt es die Meeresköstlichkeiten aber auch gekocht, gegrillt oder gebraten. Lamm, Ziege oder Kaninchen, aber auch Rind und Huhn werden gerne gegessen. Als kleine Mahlzeit zwischendurch sind Tapas und der inseltypische Ziegenkäse sehr zu empfehlen. Zum Nachtisch gönnen sich die Einheimischen gerne sehr süße Speisen wie Flan, einen Vanillepudding mit Karamell, oder Bienmesabe, ein Mandelmus mit Honig. Zum Abschluss wird Espresso getrunken. Es lohnt sich den einheimischen Wein zu probieren, der in La Geria angebaut wird. Die Einheimischen nehmen meist erst zu Abend eine richtige Mahlzeit zu sich und essen tagsüber Tapas.