Auf Teneriffa hat man im Winter die einmalige Gelegenheit am Vormittag mit dem Schlitten eine schneebedeckte Piste hinunterzujagen und nachmittags bei angenehmen Temperaturen im Meer zu baden. Nicht nur der Nationalpark rund um den über 3.500 Meter hohen Teide, sondern auch die Altstadt von La Laguna sind ein Weltkulturerbe der UNESCO. Ob der Urlauber also in der grandiosen Bergwelt spazieren gehen will, einen Badeurlaub verbringen möchte, sich sportlich betätigen oder seine Zeit auf den Spuren der kanarischen Kultur verbringen will, Teneriffa bietet es und ist von daher nicht ohne Grund die beliebteste Ferieninsel der Kanaren.
Lage
300 km westlich von Afrika liegt die Insel Teneriffa. Sie ist umgeben von den anderen Inseln des kanarischen Archipels. Die Flugzeit von Deutschland aus beträgt vier Stunden. Es gibt zwei Flughäfen, den älteren Teneriffa Nord (Los Rodeos) bei La Laguna sowie den 1978 eröffneten Airport Reina Sofia (Teneriffa Süd).
Allgemeine Informationen
Teneriffa ist mit ihren rund 2.040 Quadratkilometern die größte Insel der Kanaren. Sie hat eine leicht dreieckige Form, ist etwa 80 Kilometer lang und misst an ihrer breitesten Stelle über 50 Kilometer. Die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife liegt im Nordosten der Insel. Mit 906.854 Einwohner (Stand 2010) ist sie die bevölkerungsreichste Insel Spaniens. Die Einheimischen werden Tinerfenos genannt. Die typische Gastfreundschaft der Inselbewohner trägt zu einem schönen Urlaub bei. Urlaubern werden Unterkünfte vom Spitzenhotel bis hin zu Ferienwohnungen in allen Ausstattungsgraden angeboten. Mietwagen sind, wie auch sonst auf den Kanaren, preiswert und eignen sich optimal um die Vielfalt der Insel zu erkunden. Ein weiteres preiswertes, zuverlässiges und sauberes Verkehrsmittel sind die grünen Linienbusse der TITSA, die vor Ort „Guagua“ genannt werden. Diese fahren fast jede Ortschaft auf der Insel an.
Weitere Informationen
Klima
Auf Teneriffa sind die Temperaturen ganzjährig mild und liegen im Schnitt bei 22 Grad. Das gemäßigte Wetter erlaubt das Baden sogar in den Wintermonaten. Im Norden der Insel gibt es mehr Regentage als im Süden. Abhängig von Höhenlage und Nord- bzw. Südseite existieren unterschiedliche Klimazonen.
Natur
Der „Pico del Teide“ ist mit 3.718 Metern der höchste Berg Spaniens. Bei im handelt es sich nicht nur um einen aktiven Vulkan, sondern auch um den dritthöchsten Inselvulkan der Welt. Drei große Gebirgszüge, das Tenogebirge, das Anaga-Gebirge und die Berge rund um Adeje ziehen sich über die Insel. Daher ist sie hauptsächlich im Küstenbereich bewohnt. Teneriffa ist für sein vielseitiges Landschaftsspektrum und seine herrliche Natur bekannt. Fast wüstenartige karge Landschaften, Täler mit üppiger Vegetation und fruchtbarem Boden, waldreichen Zonen und bizarre Gesteinsformationen vulkanischen Ursprungs wechseln sich ab. An der Küste gibt es Sandstrände, raue, bizarr geformte Steilhänge und geschützte Buchten. Teneriffa besitzt eine vielfältige Fauna. Viele Arten gibt es nur hier und sie stehen unter Artenschutz. Die Ausfuhr von Pflanzen oder Pflanzenteilen ist verboten. Die Insel bietet eine bunte Vogelwelt. Außerdem gibt es viele Eidechsenarten, von denen manche Exemplare so zutraulich sind, dass man sie füttern kann. In der Meeresenge zwischen Teneriffa und La Gomera leben Wale, wie der Grind- und Pilotwal. An kaum einem anderen küstennahen Ort der Welt sind so viele Wale beheimatet.
Strände
Die Strände von Teneriffa zeichnen sich durch dunklen Lavasand aus. Vom großen Partystrand bis hin zur romantischen Bucht, die kaum ein Tourist kennt, ist alles vorhanden. Einige Strände wurden künstlich angelegt. Den Südwesten Teneriffas beherrscht der „Playa de las Americas“. Dort findet ein buntes Treiben statt. Für Partygänger ist der Strand ein Paradies, da es keine Sperrzeiten zu geben scheint. Es gibt aber auch genug Strände an denen der Urlauber sich in Ruhe entspannen kann. Der „Playa de La Pelada“ ist ein kleiner, aber feiner Nacktbadestrand, der geschützt in einer Bucht liegt. Weitere FKK-Strände sind der „Playa de la Tejita“ oder der „Playa Los Patos“. Der „Playa del Medano“ ist wegen seines starken Wellengangs vor allem bei Surfern beliebt.
Ausflugsziele/Sehenswürdigkeiten
Ob Natur, Kultur oder Spaß, auf Teneriffa lassen sich die vielfältigsten Ausflüge planen. Der Nationalpark „Canadas del Teide“ wurde 2007 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Er besticht durch seine interessante Flora und Fauna und die bizarren Felsformationen, wie die „Los Roques de Garcia“. Die „Caldera“ ist ein 17 Kilometer breiter Einbruchskessel, der vermutlich vom letzten Ausbruch eines Vulkans herrührt und der größte Einsturzkrater der Welt ist. Seit 1971 kann man mit der Teide-Seilbahn „Teleferico de Teide“ fast den Gipfel des Berges erreichen. Bei klarem Wetter bietet sich von der Seilbahnstation ein beeindruckender Blick auf die Nachbarinseln Gran Canaria, La Palma, La Gomera und El Hierro.
Der „Pico del Ingles“ ist ein etwa 1000 Meter hoher Berggipfel. Der Besucher sieht von hier aus beide Seiten des Anaga-Gebirges, eine zerklüftete, schroffe Berglandschaft mit anmutigen Tälern. Bei gutem Wetter reicht der Blick bis zum Teide.
Auch das Orotava-Tal, das Tal von Masca, die Felsen von „Los Gigantes“, der Drachenbaum von „Icod de los Vinos“, der „Barranco del Infierno“, die so genannte Höllenschlucht bei Adeje, der Mercedeswald und der „Parque Rural de Anaga“ im Anaga-Gebirge laden zu einer Tour ein.
Der „Siam Park“ bietet unzählige an Wasser gebundene Attraktionen. Beispielsweise gibt es bis zu drei Meter hohe künstliche Wellen und Wasserrutschen in allen Variationen mit bis zu 28 Metern Höhe. Auch das „Aqualand“ ist ein Schwimmbad mit verschiedensten Rutschen und einer eigenen Delphinshow.
An der Nordküste Teneriffas in Puerto de la Cruz ist der „Loro Parque“, ein 135.000 Quadratmeter großer botanischer Garten mit Orca-Alage, Papageiensammlung, Delphinarium, dem größten Pinguinarium der Welt, in dem über 200 antarktische und subtropische Pinguine leben. Es gibt Shows, einer Dschungelanlage für Gorillas, ein Orchideenhaus, den Haifischtunnel und viele andere Attraktionen.
Weitere Freizeitparks sind der „Pueblo Chico Tenerife Parque Tematico“, in dem die kanarischen Inseln als Miniatur dargestellt sind oder die Tierparks „Las Aguilas Jungle Park“ und „Oasis del Valle in Orotava“. Ein Besuch in Tejina, wo der bekannte Teneriffa-Rum produziert wird oder dem Weinmuseum „Casa del Vinho“ in El Sauzal, in dem man den Wein auch selbst verkosten kann, schließt das Ausflugsprogramm ab.
Wochenmärkte
Auf den „Mercados del Agricultor“, den Bauernmärkten, kann der Besucher Waren direkt beim Erzeuger einkaufen. Es werden frische Produkte wie Obst, Gemüse, Milcherzeugnisse, Süßspeisen, Backwaren wie Weinkringel, Mojo-Saucen, Marmelade, Liköre, Käse, Pflanzen, Kräuter, aber auch lokales Kunsthandwerk angeboten. Gerade Obst und Gemüse gibt es hier sehr günstig und ist besonders gut im Geschmack. Die Märkte finden in Granadilla, La Mantza, San Miguel, El Palmar, El Medano, San Isidro, Tacoronte, El Sauzal, Las Chafiras, El Rosaria und Anaga statt. Auf dem Markt in Los Christianos gibt es Uhren, Taschen, Geldbörsen, Textilien und vieles mehr zu erstehen.
Freizeitmöglichkeiten
Auf Bootstouren ist es möglich, viele der Meeressäuger, die im Meer um die Insel leben, zu sehen, zu filmen oder zu fotografieren. Auch Wellness-Freunde kommen auf ihre Kosten. Beispielsweise bietet das „Oceano Mayr-Zentrum“ eine Therapie zur Revitalisierung an, die der österreichische Arzt Franz Xaver Mayr (1875-1965) entwickelt hat. Und es gibt moderne Yachthäfen, die eine Besichtigung wert sind.
Sport
Der sportliche Urlauber kommt auf Teneriffa voll auf seine Kosten. Wanderungen in das wildromantische Anaga-Gebirge oder die anderen Gebirgszüge bieten einen Einblick in die sagenhafte Natur. Auf dem „Pico de Teide“ gibt es im Winter die Möglichkeit Ski zu fahren und zu Rodeln. An den großen Stränden der Insel werden Wassersportmöglichkeiten aller Art angeboten. Kitesurfen, Segeln, Windsurfen, Wasserski, Tauchen, Tiefseefischen und Wellenreiten stehen auf dem Programm. Außerdem kann der Urlauber Kart fahren, Golf spielen, Radfahren, sowohl auf Pferden als auch auf Kamelen reiten, Tennis spielen und Parasailing und Paragliding ausüben. Das kanarische Ringen, bei dem in Teams mit zwölf Personen die Gegner auf den Boden geworfen werden müssen, erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit.
Kultur
La Laguna, die zweitgrößte Stadt der Insel, wurde nicht umsonst von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannte. Die Altstadt mit Kirchen, herrschaftliche Häusern, Museen und Kathedralen ist einfach wunderschön. Hier befindet sich auch der Sitz des Bischofs von „San Cristobal de La Laguna“.
In Puerto de la Cruz gibt es einen herrlich, farbenprächtigen, botanischen Garten. Die Altstadt ist noch natürlich und der alte Fischereihafen mit seinen engen Gassen wartet mit kolonialer Architektur auf. Die im Jahr 1626 erbaute Kapelle „San Telmo“ ist ein Wahrzeichen der Stadt.
Die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife bietet unzählige Möglichkeiten für Kunst- und Kulturbegeisterte. Museen, wie das Naturkundemuseum, das Auditorium, Kirchen und Denkmäler oder der „Plaza de Weyler“ mit einem schönen Park und einem aus weißem Marmor gehauenen Springbrunnen laden zu einem Besuch ein. Auf dem „Plaza de Espana“ finden sich Läden, Basare, Cafés, orientalische Händler, Restaurants und Nachtlokale. Hier spielt sich das kosmopolitische Hafenleben ab.
Die Stadt La Orotava lässt den Besucher heute noch die Ruhe und den Reichtum des 18. Jahrhunderts spüren. Sie ist vor allem für ihre religiösen Feste, die vorwiegend in der Karwoche stattfinden, berühmt. In der Altstadt finden sich landestypische holzgeschnitzte Balkone und es gibt einen schönen botanischen Garten.
In dem malerischen Ort Punta del Hidalgo kann der Besucher von einem Aussichtspunkt aus den Blick auf den Atlantik genießen. Eine weitere kulturelle Besonderheit ist das Höhlendorf Chinamada. Die Basilika in Candelaria ist die größte der Jungfrau Maria gewidmete Kirche der kanarischen Inseln.
Essen/ Kulinarisches
Die traditionelle Küche ist auf Teneriffa vor allem in den Garagenlokalen, den „Guachinchen“, zu finden. Sie ist schlicht, aber natürlich und schmackhaft. Es werden Tapas, viel frisches Gemüse, Käse und Gabanzas, also Kichererbsen mit Fleischstückchen angeboten. Heimischer Fisch und Meeresfrüchte, die es beispielsweise in den Fischpfannen gibt, sind besonders lecker. Traditionelle Fleischgerichte beinhalten Hammel, Lamm, Zicklein und Kaninchen. Das Kaninchengericht „Conejo en Salmorejo“ gilt als besondere Spezialität. Aber auch Hühnchen-, Rind- oder Schweinefleisch werden serviert. Kartoffeln, besonders die „papas arrugadas“, kleine schwarze Runzelkartoffeln mit Meersalzkruste, die mit Schale verspeist wird, dienen als Beilage. Zum Würzen wird sehr gerne die pikante Blut- und Paprikawurst Chorizo verwendet und auch Knoblauch ist an den Speisen standardmäßig zu finden. Mojo, eine rote oder grüne Soße findet in vielerlei Speisen Verwendung. Vegetariern seien die deftigen Gemüsesuppen, die man auch als Eintöpfe bezeichnen kann, zu empfehlen. Gofio, ein Teigbrei aus Mais- oder Weizenmehl, wird mit Milch und Zucker zum Frühstück gegessen oder als Teigbällchen im Essen serviert. Als Nachtisch wird gerne Eiscreme oder Flan gereicht, ein Vanillepudding mit Honig und Karamell. Es lohnt sich die offenen Inselweine, die in der Nähe von Teguise oder Tacoronte angebaut werden, zu probieren. Natürlich müssen Besucher auch auf die gewohnte Küche nicht verzichten, da es auf Teneriffa auch große Auswahl an Restaurants mit europäischer und internationaler Küche gibt.